đŸ Die ErnĂ€hrerin in uns â Die Milz und die Kraft der Mitte
- ready2flow

- 4. Okt. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Der SpĂ€tsommer neigt sich dem Ende zu. Die Sonne wĂ€rmt noch, doch die Abende werden kĂŒhler, die Tage kĂŒrzer. Die Natur zeigt uns den Ăbergang: von der FĂŒlle zur Vorbereitung, von der Ausdehnung zur Sammlung.
In der Chinesischen Medizin gehört diese Zeit der Milz â dem Organ, das wie keine andere Instanz fĂŒr StabilitĂ€t, Versorgung und innere Balance steht.
đ©âđŸ Die Milz â unsere innere ErnĂ€hrerin
Die Milz ist die stille Arbeiterin in uns. Sie wĂ€hlt aus, sortiert, verteilt. Was wir ihr anvertrauen â sei es Nahrung, Gedanken oder EindrĂŒcke â verwandelt sie in Kraft. Alles was sie belastet - zu viele Sorgen, rohe oder kalte Speisen, zu spĂ€tes Essen - raubt uns Kraft.
Eine starke Milz bedeutet: Bodenhaftung, VerlÀsslichkeit, Ruhe.
Eine schwache Milz: Unsicherheit, Schwere, GrĂŒbeln.
Darum sagt man in der TCM:
âDie Milz ist die Mutter aller Organe.â
Denn was sie nicht liefern kann, fehlt ĂŒberall. Vor allem das Blut: Die Milz ist die groĂe Blutbildnerin des Körpers. Sie sorgt dafĂŒr, dass alle Organe ausreichend versorgt werden und ihre Aufgaben erfĂŒllen können. Ohne sie fehlt den anderen die Substanz, um ĂŒberhaupt zu arbeiten.
đ§ Die Emotion der Milz â Sorge & GrĂŒbeln
Die Milz liebt Klarheit und daraus entstandene Zufriedenheit. Aber sie hasst es, wenn wir in endlosen Gedankenschleifen hÀngen.
GrĂŒbeln ist fĂŒr die Milz, was Junkfood fĂŒr den Körper ist: zu viel, zu schwer, ohne echten NĂ€hrwert.
Wer stĂ€ndig grĂŒbelt, laugt die Mitte aus.
Die Folge: wir fĂŒhlen uns mĂŒde, antriebslos, unkonzentriert.
Andererseits: eine gesunde Sorge â das bewusste Umsorgen von uns selbst und anderen â ist genau das, was die Milz stark macht.
đ± Die ZeitqualitĂ€t: SpĂ€tsommer im Innen

Der SpĂ€tsommer ist eine Zwischenzeit. Die Felder sind abgeerntet, die Speicher gefĂŒllt â und doch steht der Herbst erst bevor. Es ist die Zeit, in der wir uns fragen: Bin ich gut versorgt? Habe ich genug VorrĂ€te â nicht nur in der KĂŒche, sondern auch im Herzen?
Eine krÀftige Milzenergie gibt uns die FÀhigkeit, uns selbst zu versorgen: körperlich, emotional, finanziell.
Sie ist der innere Boden, auf dem wir stehen.
Sie schenkt uns das GefĂŒhl, dass wir satt sind â nicht nur nach einer Mahlzeit, sondern auch im Leben.
đŠ” StabilitĂ€t â im Körper wie im Leben

Die Milz hĂ€lt die Dinge an ihrem Platz. In der TCM sagt man: sie sorgt dafĂŒr, dass die Organe âoben bleibenâ. Eine schwache Milz zeigt sich daher auch in Organsenkungen oder Fehlstellungen â wenn die innere StabilitĂ€t fehlt, rutscht das Fundament ab.
Der Verlauf des Milzmeridians ĂŒber die Innenseite der Beine erinnert uns daran:
âWie gut wir im Leben stehen, zeigt sich auch in unserer Beinachse.â
Fehlstellungen wie X-Beine, Hallux valgus oder InstabilitĂ€t im Knie sind nicht nur orthopĂ€dische PhĂ€nomene. Sie können ein Spiegel dafĂŒr sein, wie sicher unsere Mitte wirklich ist.
Denn StabilitĂ€t beginnt nicht bei den Schuhen â sondern in der Erdung unserer Mitte.
Eine krÀftige Milzenergie zeigt sich auch in einer gut entwickelten Muskulatur.
Sie macht uns nicht nur zu guten JĂ€ger:innen â wie der Magen â sondern auch zu guten Selbstversorger:innen.
Und aus dieser Sicherheit heraus, wenn unsere eigene Mitte genĂ€hrt und satt ist, entsteht erst der wahre Ăberfluss an Energie: die FĂ€higkeit, sich wahrhaftig um andere zu kĂŒmmern.
đŻ Wie du deine Milz nĂ€hrst

Sanfte SĂŒĂe: KĂŒrbis, Karotten, SĂŒĂkartoffeln, Hirse â keine Zuckerberge
Warme, gekochte Speisen: Suppen, Eintöpfe, gedĂŒnstetes GemĂŒse
Rhythmus: feste Essenszeiten stÀrken die Mitte mehr als stÀndiges Knabbern
Kauen: bewusstes Essen als Dank an die ErnÀhrerin in dir
Gedankenhygiene: Meditation oder kurze Pausen verhindern, dass du innerlich âĂŒberfĂŒttertâ wirst
âïž Wenn die Mitte schwankt
MĂŒdigkeit nach dem Essen
VöllegefĂŒhl oder BlĂ€hungen
Neigung zu blauen Flecken oder schwachem Gewebe
Gedankenkreisen ohne Lösung
das GefĂŒhl, ânicht sattâ zu werden â egal ob von Essen oder vom Leben
đ» Die Milz als Symbol der FĂŒrsorge
Die Milz ist wie eine Mutter: oft im Hintergrund, nicht laut, aber unverzichtbar.
Sie sorgt, damit andere glÀnzen können.
Sie erinnert uns daran:
âWer sich selbst nicht gut nĂ€hrt, kann auch fĂŒr andere nicht sorgen.â
đ Vorschau auf den Monat
In den kommenden Wochen erfĂ€hrst du mehr ĂŒber:
den Zusammenhang zwischen ErnĂ€hrung und deiner ImmunitĂ€t und warum die Milz das Fundament dafĂŒr legt, dass die Lunge im Herbst stark und widerstandsfĂ€hig bleibt
das Prinzip der Lunge, welche in der TCM mehr als nur die Atmung verkörpert
Wer seine Mitte pflegt, steht fest im Leben und fĂŒr die, die er liebt. Deshalb sei lieb zu deiner Mitte â und bleib ready2flowđ€žđ»ââïž



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