Die Jagd nach dem Guten im Leben – der Magen und die Mitte in dir
- ready2flow

- 31. Aug. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 1. Sept. 2025
Es ist Spätsommer. Die Sonne steht noch hoch, aber die große Hitze beginnt nachzulassen. Die Tage tragen noch Feuer, doch der Wind wird milder. Der erste Morgentau benetzt die Wiesen.
Wir sind in der Zeitqualität der Erde – dem Zentrum zwischen den Extremen. Erntezeit im Jahreskreislauf. Der Spätsommer gehört in der Chinesischen Medizin dem Magenmeridian: unserem inneren Jäger, Versorger und Genießer.
🥢 Der Magen – Jäger:in & Genießer:in
Der Magen ist in der TCM nicht nur ein Organ, sondern eine Haltung zum Leben.
Er sieht die Beute, wittert sie, verfolgt sie – und macht sie zu seiner.
Der Magenmeridian verläuft vom Auge (sehen), über Nase (wittern) und Mund (Speichelfluss), hinunter über Brust und Bauch bis in die Oberschenkel- und Schienbeinmuskulatur (nachjagen).
Wer eine starke Magenenergie hat, erkennt man oft an:
breiter, kräftiger Kieferpartie (Zupacken können)
kräftigen Oberschenkeln (Jagdinstinkt, Durchhaltevermögen, Standhaftigkeit)
„Was du dir vom Buffet des Lebens holst, bestimmt, wie satt deine Seele ist.“
🧠 Zwischen Hunger und Sättigung – Die Emotion der Sorge
Der Magen will versorgen – auf allen Ebenen: körperlich, emotional, finanziell, sozial.
Doch wo Versorgung wichtig ist, kann schnell auch Sorge entstehen:
Habe ich genug?
Komme ich über die Runden?
Habe ich den richtigen Bissen aus dem Leben genommen?

Wie die Landwirt:in, welche die Erntezeit nicht nutzt und mit leeren Kornkammern den Winter durchstehen muss - die Sorge nimmt überhand.
In der TCM ist die Sorge die Emotion, die Magen und Milz schwächen kann.
Zuviel davon blockiert den Fluss, lähmt den Jagdinstinkt – man kaut und kaut, ohne zu schlucken. Die Jäger:inn jagt den ganzen Wald leer ohne die Beute nach Hause zu bringen. 100 Ausbildungen werden absolviert, bevor man endlich seiner Vision folgt und sie in die Tat umsetzt.
Die Schattenseite der Magenkraft ist die Gier – und in moderner Form auch Neugier, die uns von einer Ablenkung zur nächsten hetzt. Auch die vielen täglichen Reize müssen erst einmal „verdaut“ werden.
„Alles, was du aufnimmst – ob Essen, Worte oder Erlebnisse – musst du verdauen. Wer schlecht verdaut, trägt vieles unverdaut mit sich herum – im Bauch und im Kopf.“
🐾 Der Weg der Beute – Magenmeridian im Alltag
Der Verlauf des Magenmeridians ist wie ein kleiner Krimi:
Er beginnt am Auge – wir müssen sehen, was wir wollen.
Er zieht zur Nase – wir müssen wittern, ob es gut für uns ist. Im wahrsten Sinne einen „guten Riecher“ für das Objekt unserer Begierde haben.
Er läuft weiter zum Mund – läuft uns nach dem Anblick und der Witterung bereits das Wasser im Mund zusammen, kann die Jagd endlich beginnen!
Von dort zieht er über Brust und Bauch weiter an der Vorderseite der Beine hinunter – wir verfolgen unsere Beute bis ans Ziel.
Ist die Magenenergie im Fluss, können Chancen gesehen, überprüft, ergriffen – und umgesetzt werden. Und das nötige Durchhaltevermögen beschert uns mit Sicherheit ein gute Ernte - den Erfolg!
🌻 Die Zeitqualität: Spätsommer

Der Spätsommer ist die Zeit des Erntens und Sattwerdens.
Die Felder sind voll, das Leben hat uns reich beschenkt.
Jetzt geht es darum, die Früchte auch wirklich aufzunehmen – nicht nur zu horten.
Doch wie bei jedem guten Jagd- oder Sammelzug gilt:
Zuviel auf einmal macht träge.
Die Mitte lebt von Maß und Rhythmus – nicht vom Dauerbuffet.
„Die Welt hat genug für alle Bedürfnisse, aber nicht für jede Gier.“
🍽 Wie du deinen Magen nährst
milde Süße aus Getreide, Karotten, Kürbis – nicht aus Zucker
warmes Frühstück statt kalter Snacks: der Magen liebt es, sanft geweckt zu werden
regelmäßige Mahlzeiten – kein Dauerknabbern
Kauen, kauen, kauen – Verdauung beginnt im Mund
ein Spaziergang nach dem Essen – die innere Jäger:in mag es, ihre Beute zu „verarbeiten“
Selbstfürsorge statt Sorge: Meditation, Erdung, klare Prioritäten, gesunder Egoismus
🌀 Wenn die Mitte wankt
Ein schwacher oder angespannter Magen zeigt sich in:
Appetitlosigkeit oder ständigem Hunger
Grübeln, endlosem Analysieren
Schwere in Körper (vor allem Beine) und Kopf
Blähungen, Völlegefühl, Bauchschmerzen, Gastritis, Zähneknirschen
Und wie bei der Jäger:in gilt:
Ist der Blick getrübt, wird die falsche Beute gejagt – oder gar keine.
„Der Magen ist wie ein guter Jagdhund: Er muss wissen, auf welche Fährte er sich setzt. Wer allem hinterherläuft, kommt erschöpft heim – und mit leerem Maul.“
💛 Der Magen als Verbinder
Was dem Herz das Feuer, ist dem Magen die Erde: die Fähigkeit, das Leben zu nähren und zu verbinden.
Denn was wir aufnehmen, wird zu uns – nicht nur körperlich, sondern auch geistig und emotional.
Darum: wähle mit Bedacht, woran du kaust – im Leben wie am Tisch. Denn nicht nur eine üppige Mahlzeit kann dir im Magen liegen - sondern auch der gestrige Streit mit der Partner:in!
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🔄 Vorschau auf das Erdelement
In den kommenden Wochen erfährst du mehr über:
das Erdelement in der TCM und wie du deine Mitte stärkst
Rezepte, die den Spätsommer ausgleichen und eine gute energetische Grundlage für den hereinziehenden Herbst bieten
den Zusammenhang zwischen Ernährung und guter Immunkraft in der TCM
In diesem Sinne: Sei lieb zu deiner Mitte und bleib im Flow mit uns. 🌾














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